Bahnhof Bingen (heute: Bingen (Rhein) Stadt)



Text und Fotos: Günter Tscharn


als damaliger Rüdesheimer war Bingen für mich immer eine (Fährschiff-) Reise wert; einfach eine nette Abwechslung - auch eisenbahnmäßig -.
Im Gegensatz zu
Bingerbrück, dem die eisenbahntechnischen Veränderungen auf die Stirn geschrieben waren, glaubte ich hinsichtlich Bingen, dass sich kaum was verändern würde.
Welch ein Irrtum! Meine verhältnismäßig wenigen Bahnfotos aus Bingen sind für mich Raritäten geworden. Schaut mal hin ...

Bild 1: Den Schrankenposten an der Salzstraße (Richtung Stadthalle) gibt es schon lange nicht mehr; alles ferngesteuert. Am 8. Juli 1981 war er noch besetzt, als die grüne 141 079 mit dem 7523 vorüberrollte.




Bild 2: Sie darf natürlich nicht fehlen, die legendäre Signalbrücke. Hier einmal in einer recht seltenen Situation: Gleiswechselbetrieb, der 601 014/019 fährt am 29. April 1989 als 21642 auf der linken Seite und ist deshalb dadurch viel fotogener.




Bild 3: Noch so ein Exot: 491 001 - der Gläserne Zug - am 20. August 1983 im Binger Bahnhof. Die Kulisse erinnert eher an die Hamburger Speicherstadt. Auch das ist Geschichte ....




Bild 4: Einige hier kennen das Bild schon; Ralf 1972 äußerte sich zu Recht negativ über die Biermarke. Aber diese herrliche Reklameuhr am Bahnhof Bingen und das Drumherum verströmt ein Flair einer vergangenen Epoche, so dass dieses Bild hier einfach dabei sein musste. Es entstand gleichfalls am 8. Juli 1981; 141 144 fährt gerade mit ihrem 7530 an.




Bild 5: Auch hier steht bewusst nicht der Zug im Vordergrund, sondern vielmehr die Signalkomposition, die Gleise und das Stellwerk an der Ostausfahrt des Binger Bahnhofs. Der am 2. April 1988 gerade aus Frankfurt kommende 403, der im Auftrag der Lufthansa unterwegs war, blieb hier dezent im Hintergrund.




Bild 6: Bunt hatte ich versprochen. Das waren damals auch teilweise die Wagen. Ganz besonders angetan war ich von der Pop-Lackierung der Schnellzugwagen. Am 1. April 1971 hatte ich am Bahnübergang zur Autofähre -schon auf dem Weg nach Hause - das Glück, im D 627 (München - Ffm - Dortmund) u.a. den neu lackierten WRüge 152 aus der Schürzenwagen-Serie mit der Nummer 88-40 219 in einem Schnellzug ablichten zu können.




Bild 7: Zum Schluss am gleichen Bahnübergang kurze Zeit später ein Blick Richtung Osten: Die einmalig elegante 110 291 mit ihrem aus Vorkriegseilzugwagen gebildeten 2239 war damals etwas Alltägliches.




Bild 8: Nun an den Binger Hafen, der damals (4. Juni 1979) auch sehenswerte Schätzchen beheimatete:
Ein offener Wagen der Bauart E 021 (ex Om 31 Essen) mit Holzwänden.
Er wurde 1938 gebaut und trug noch die alte Nummer 713 993.






Bild 9: Und ganz in der Nähe ein alter Fährbootwagen der Bauart 310 (ex Gbh 21). Auch er sah schon ziemlich desolat aus.
Er trug auf der anderen Seite diese Bezeichnung: 212 000 Gbmrs 32





Ja, vielfältig war die Bahnwelt früher. Aber vieles heute ist genauso sehenswert; man sollte es nicht verschmähen. In 20 Jahren sprechen wir uns wieder und schauen uns mal die Bilder von heute an ....




Foto: Andreas Tscharn

022 30.04.1990 249 Bingen 360 775