Die Strategische Bahn: Bad Münster am Stein - Odernheim (Glan)



Von Günter Tscharn

Hallo Freunde der Glantalbahn,

heute will ich den Zustand beschreiben, der auf dem 1962/1963 größtenteils abgetragenen Streckenabschnitt von Bad Münster am Stein bis Odernheim in den Jahren 1977 bis 1990 herrschte. Erstaunlicherweise war von der Bausubstanz noch Einiges zu sehen.



Bild 1:

Eingangs noch einmal die Direktionskarte:

Streckenkarte



Bild 2:
Von der imposanten Sandstein-Formation Rotenfels gelang am 22. Juni 1980 dieses Bild von Westen auf den Beginn der Glantalbahn in Bad Münster am Stein. Von links kommend überquerte das verbliebene Gleis auf einer Stahlbrücke die Nahe.






Bild 3:

Die gleiche Stelle am 30. August 1977 von unten: Die Strecke beginnt rechts in Bad Münster und verläuft vor dem alten Stellwerk, quert die Straße und läuft - sozusagen unter der Schranke mit dem Sh 0-Zeichen hindurch - nach links auf die Nahebrücke.






Bild 4:

Auf der Nahebrücke waren am 30. August 1977 noch beide Gleise vorhanden. Betrieblich genutzt werden konnte aber nur das rechte (nördliche) Gleis, das zum E-Werk Niederhausen (Trafo-Transport) führte.






Bild 5:

Am 5. Mai 1990 besuchten 796 828, 996 292 sowie 996 609 diesen Streckenstummel und spendierten den Bahnfreunden u.a. einen Fotohalt auf der Nahebrücke.


Foto: Andreas Tscharn



Bild 6:

Dieser Schienenbus nun aus südöstlicher Richtung. Dabei kommt die sehr ästhetische Brückenkonstruktion gut zur Geltung. Im Hintergrund der nördliche Ausläufer des Rotenfelses.


Foto: Andreas Tscharn



Bild 7:

Etwa 100 Meter südwestlich von der Nahebrücke diese Aufnahme von der Rückfahrt des Sonderzuges.


Foto: Andreas Tscharn



Bild 8:

Dieses Bild vom 22. Februar 1979 am Kilometerstein 103,9 (gegenüber Niederhausen) zeigt die Besonderheit, dass auf dem damals schon nahezu 20 Jahre stillgelegten Streckenabschnitt das Schotterbett noch vorhanden war; es gab kaum Bäume oder Büsche auf dem Gleisbett.






Bild 9:

Alle folgenden Bilder stammen - mit Ausnahme des Letzten - gleichfalls vom 22. Februar 1979.
Dieses Foto wurde etwa einen Kilometer nordöstlich von Duchroth-Oberhausen gemacht und zeigt eine kürzere Brücke über einen Bach. Im Hintergrund ist gut das Bahnhofsgebäude von Duchroth zu sehen; rechts davon eine alte Brücke über die Nahe, die dem Straßenverkehr dient.






Bild 10:

In Duchroth fehlten eigentlich nur die Gleise und die Signale ...






Bild 11:

Auch die Bahnhofsbeschriftung war noch exzellent.






Bild 12:

Die Straßenseite des Bahnhofs Duchroth von Süden.







Bild 13:

Am südlichen Ende des Bahnhofs Duchroth war der 284 Meter lange und in einer Kurve liegende düstere Kinnsfels-Tunnel. Über der Tunnelröhre ist ein begehbarer Hohlraum, der nach meiner Erinnerung auf halber Länge beschritten werden konnte. Hierzu musste man nur in der Nähe der Tunnelportale durch eine Öffnung in der Tunnelmauer steigen und dann auf festen Leitern nach oben klettern. Oben auf der Tunnelröhre waren rechts und links Bachsteinmauern gezogen.
Solche lebensgefährlichen Exkursionen gaben uns jungen Menschen damals einen echten Kick ...

Hier sehen wir das südliche Portal in der letzten Abendsonne dieses schönen Wintertages. Links ist das Flussbett der Nahe.
Was würde ich dafür geben, hier noch einmal einen Zug fotografieren zu dürfen ...






Bild 14:

Kurz vor Odernheim eine größere Stahlbrücke über den Glan. Da nach dem Motto "Selber schuld!" das Bauwerk nicht abgesichert war, mussten wir natürlich auch auf dieser Ruine herumturnen. Die Holzbohlen rechts waren recht morsch; viele fehlten bereits. Da balancierte man besser auf den Stahlträgern.






Da man es doch überlebt hat, konnte ich euch auch diese Bilder jenes außergewöhnlichen Streckenabschnittes präsentieren.

Vor einer Nachahmung wird dringend gewarnt!

Text und Fotos: Gunter Tscharn



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