Vor langer Zeit im Rheinhessenland



Von Markus Göttert

Das was ich nun zeige, sind Dias aus der ersten Schaffenszeit. Mein Hauptinteresse lag bei den Bahnhöfen. Gerade in Rheinhessen wurde da viel geboten.
Ein kleines Vorwort.
Meine ersten Erlebnisse zum Thema Rheinhessen hatte ich als 15jähriger. Ein Ferienjob bei einem Gerüstbauer verschlug mich ins Land. Die Anreise zur Arbeit erfolgte per Bahn. Beim Papa (Fdl in Schweppenhausen) wurde die Fahrkarte gelöst. 6.09 ging der Personenzug nach Bingerbrück. Wenn Papa gut drauf war, durfte ich die Einfahrt noch ziehen. Dann, wenn das Glück mir hold war, durfte ich auch noch in die 1 Klasse. Bei so einer Dienststelle wie Simmern kannten noch alle Mitarbeiter auch die Kinder der Kollegen. Die Reise wurde immer genossen. In Bingerbrück musste dann in den N nach Mainz umgestiegen werden. Silberling mit 141. na ja. In Bingen dann wieder raus. Und hier dann mit dem Eta nach Welgesheim Zotzenheim. Vom Bf musste ich dann noch gut 2 km laufen bis zur Baustelle. Das wir im Hunsrück gar nicht zurück geblieben waren, zeigte mir damals der Ort Welgesheim. Ende der 70iger Jahre war der Ort noch nicht an das unterirdische Abwassernetz angeschlossen. Das war ein Erlebnis.
Ansonsten kann man sagen: Wunderschöne Ortschaften nur leider fehlt das Umfeld. Weit und breit kein Wald. Nur Weinberge und Zuckerrübenfelder.

Aber nun zum Bilderreigen.

3 Bilder vom Bahnhof Gensingen Horrweiler. Sobald ich noch mal die Zeit finde, gibt es eine eigene Galerie zum Thema Bf Gensingen Horrweiler. Schließlich habe ich auf allen drei Stw Dienst geschoben. Da ist einiges hängen geblieben.





Als nächste Station ist zu nennen der Bf Welgesheim Zotzenheim. In den 80zigern schon nur noch als unbesetzte Haltestelle genutzt konnte man aber die frühere Bedeutung noch erkennen. In den 50zigern fanden noch Kreuzungen statt. (Kursbuch). Die Telefonbude steht heute in Unzenberg.

Und nun zum Bf Sprendlingen.
Zuerst ein Lageplan aus den 70igern (zum Vergrößern bitte anklicken)

Bf Sprendlingen - anklicken: groß 

Schön ist der Bahndamm der Privatbahn nach Fürfeld zu erkennen. Auch ist am rechten Bahnhofskopf das verschwenkte Einfahrgleis zu erkennen. Bis in die 60ziger Jahre war der Bf genauso mit zwei Ww Stw bestückt wie Gensingen. Am linken Bahnhofskopf befand sich auch noch ein Übergang. Der Fdl hatte wie heute seinen Platz im EG. Der Bf ist vom Baustiel ganz in den 60zigern gehalten. Ein Besuch lohnt. Auch hier durfte ich Dienst leisten.


Einfahrt von Gensingen Horrweiler. 515-552 mit Nto 6881


515-106 beim überfahren des Bue´s in Sprendlingen

Zugkreuzung in Sprendlingen

Einfahrt von Gau Bickelheim her in den Bf Sprendlingen

 




Zwei Bilder von der Haltestelle Gau Bickelheim. Schon in den 80zigern fehlte das EG. Auch hier dürfte wie in Welgesheim Zotzenheim der Rückbau in den 60zigern erfolgt sein.





 Bf Wallertheim - anklicken: groß

Als nächste Haltestelle folgt nun der ehm Bf Wallertheim (zum Vergrößern des Plans bitte anklicken). Die beiden Bilder zeigen 515-120 und 529 als Nt6869 am 07.04.1986.

Nächste Station ist Armsheim. Hier gab es immer was zu sehen und ein Aufenthalt lohnte. Die Stw’e gibt es noch heute. Der Gleisplan hat sich aber verändert. Trotzdem lohnt auch heute noch ein Besuch.


2x rot am 04.09.84 Nt 8385 mit 515-025 und 126

2 Jahre später nochmals 515-126 und das Einsatzfahrzeug der Signalmeisterei Armsheim


Blick in Richtung Albig. Rechts geht es in Richtung Wendelsheim


Ich glaub das Gerät wollt ihr mal richtig sehen. J

Machen wir weiter mit Albig: (2gleisige Hauptbahn)


515-552 und 008 als Nt6872 im Bf Albig. 07.04.1986


und 515-549 in Richtung Alzey


Und noch einen Rübezug mit 211-177 als ZUGABE.

Zum Abschluß noch zwei Bilder von der Einfahrt Bahnhof Alzey.

212-354 am 07.04.1986

und 212-365 mit N8371 bei der Ausfahrt.

Zum Schluss.
In den 80zigern waren die Strecken in Rheinhessen in einem modernen und gut ausgebautem Zustand. Viele Anlagen waren aus den 60zigern (Ausnahme Armsheim). Fast alle Telegrafenmasten waren verschwunden und die Bue´s wurden von Blicklichtanlagen gesichert. Der Rübenverkehr im Herbst sorgte auch dafür, dass viele Anlagen noch nicht zurück gebaut wurden. Für den Netzknoten Mainz galt im Herbst immer Urlaubssperre was ich als Rangierer selbst in Mainz erleben durfte. Allein im Bereich Alzey waren bis zu 8 V100 im Herbst im Rübeneinsatz. Der Zerfall begann mit der Verlagerung der Rübentransporte auf die Straße.
Die Damals eingesetzten 515 galten in den 80zigern als noch moderne Fahrzeuge. Die Abstellungswelle der 515 wurde ja bekanntlich auch durch die Firma Varta verursacht, die erheblich die Wartungspreise ihrer Akkubatterien anhob. Ich war damals GLÜCKLICH, verhalf es doch meinen geliebten 798 zu neuem Leben. Der erste 798 mit neuen Untersuchungsfristen wurde gebührend gefeiert.


Text und Fotos: Markus Göttert




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