Die Verbindungskurve von Ockenheim zum Abzweig Wasserwerk an der lonkien Rheinstrecke







Die Verbindungskurve vom Abzw Wasserwerk (linke Rheinstrecke) nach Ockenheim wurde 1934 für den Güterverkehr eröffnet.
Die Stilllegung war am 10.11.1965; 1966 wurden die Gleise entfernt.




Text: Horst Heinrich

Ich stamme aus Gau-Algesheim und unsere Familie besaß ein Spargelfeld, das 1934 von der Verbindungskurve Bk Wasserwerk - Ockenheim durchschnitten wurde. Ich selbst habe in den 60ern noch Züge fahren gesehen, auch den einen oder anderen Personenzug. Im Kursbuch von 1959 gibt es noch einen Zugpaar von Bingerbrück über Ockenheim nach Bad Kreuznach und umgekehrt. Im Volksmund heißt der Abschnitt "Zuckerbahn", denn hier ist in der "schlechten Zeit" (1946/47) mal ein Waggon mit Zucker umgekippt und schneller als die Bahn umladen konnte, hatten die Ockenheimer bereits "entladen". Auf der Strecke Bad-Kreuznach - Mainz gab es einen Bahnübergang genau in der Kurve der B 41, den Posten 2. Wenn man diesen Weg Richtung Nordwesten Richtung Gaulsheim geht, kommt man auch über den ehemaligen Feldweg-BÜ der Zuckerbahn. Hier liegt heute noch ein Rohr im Boden, durch das die Seile zum Vorsignal gerführt wurden. An das Vorsignal kann ich mich auch noch erinnern,wir haben als Kinder öfter mal am Seil gezogen...ohne große Wirkung. Entlang der Strecke standen auch schöne Telegraphenmasten, irgendwann lagen sie alle auf dem Boden, ich glaub, ich hab sogar noch ein paar Isolatoren. Die Blockstelle Wasserwerk bestand noch bis in die 70er Jahre, denn hier wurde die mechanische Schranke am Posten 17 (Strecke Mainz-Bingen, heute eine elektrische Anrufschranke) bedient. Wenn die Eltern im Feld waren, bin ich mit meinem Rädchen dann immer gerne dorthin gefahren und ich durfte hinauf in das Stellwerk, wenn ein Bekannter Dienst hatte.


Text: Markus Göttert

Mit Sprengung der Hindenburgbrücke hatte die Verbindungskurve ihre Hauptaufgabe verloren.
Genutzt wurde Sie dann nur noch von dem einen oder anderen Personenzug um Ockenheim an Bingen anzubinden. Der kürzere Weg ging ja von Büdesheim-Dromersheim direkt nach Bingen.
Ebenfalls genutzt wurde die Kurve vom Ng der die Bahnhöfe Gaulsheim, Ockenheim, Büdesheim-D., Gensingen-Horrweiler bediente. Bis in die 1970iger wurden auch Zuckerrüben in Ockenheim verladen. Zuständiger Rangierbahnhof war Bingerbrück.
Ebenfalls genutzt wurde die Kurve vom Stückgutzug. Bis in die 1960iger dürfte der Flaschenweinversandt nicht unerheblich in Ockenheim gewesen sein.
Das Alles rechtfertigt eine solche Kurve nicht.
Hauptgrund dürfte wohl die Militärische Bedeutung gewesen sein. Bis in die 1970iger durften die Bahndämme zur Hindenburgbrücke nicht entfernt oder bebaut werden.


Text und Scans: Günter Tscharn

Der Reisezugverkehr auf der Verbindungskurve zwischen der linken Rheinstrecke ab dem Abzweig Wasserwerk und dem Bahnhof Ockenheim lässt sich auch im Kursbuch nachweisen. Ich habe das mal mit dem Sommerfahrplan des Jahres 1959 probiert:




Gemäß der Tabelle 249 (Köln - Koblenz - Mainz - Frankfurt (M)) fuhr täglich um 12.49 der Personenzug 2376 (vermutlich VT 95) von Bingerbrück über Bingen nach Bad Kreuznach. Das ist auch aus heutiger Sicht nichts Außergewöhnliches .....





Spannend wird es aber dann in der Tabelle 272 (Mainz - Bad Kreuznach - Kaiserslautern):
Besagter 2376 aus Bingerbrück taucht wenig später in Ockenheim auf, um gegen 13.04 die Fahrt in Richtung Bad Kreuznach fortzusetzen.




Das ist eindeutig die Tour über die Verbindungskurve!




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