Die Hindenburgbrücke und ihre Zulaufstrecken



Zunächst zur Orientierung die folgende Grafik - die Hindenburgbrücke und ihre Zulaufstrecken sind hier grün dargestellt:





Länge der Hindenburgbrücke: 787,5m; mit Vorflutbrücken mehr als 1000m.

+P 01.09.1939
+ 13.01.1945 (Fliegerangriff auf südl Flutöffnungen der Hindenburgbrücke)
+ 15.03.1945 (Sprengung der Hindenburgbrücke durch deutsche Pioniertruppen)


Hier mal wenigstens ein Scan aus dem Reichsbahn-Kursbuch, gültig vom 15. Mai bis zum 7. Oktober 1939.
Für die hier gezeigten Pläne war jedoch bereits am 1. September mit dem Kriegsausbruch Schluss.




Wenden wir uns der zweigleisigen Zulaufstrecke von der Nahebahn zu:
Sie begann mit einer kreuzungsfreien Ausfädelung an der Blockstelle Sarmsheim und erreichte an der Blockstelle (Abzweig) Rochusberg die südliche Brückenrampe. Züge von der Hindenburgbrücke kamen von rechts über das Brückenbauwerk und rollten dann zur Nahebahn herab.
Rechts sieht man den abzweigenden Bogen Richtung Nahe- und Rheinbrücke.

Bild 1 - stammt wie alle anderen vom 1. April 1971 - :







Bild 2:

Das Überführungsbauwerk aus der Nähe.






Der Streckenabschnitt Abzw Rochusberg – Abzw Sarmsheim war nicht nur durch die Zerstörung der Rheinbrücke wertlos, sondern auch durch das entsprechende Ende der Nahebrücke bei Sarmsheim. Da die Gleise praktisch ohne Anschluss waren, wurden sie im Jahr 1951 demontiert.

Zur Demonstration ein Bild der Brückenköpfe der Nahebrücke, Zustand 1. April 1971.






Bild 3:

Der auf der rechten Naheseite erhaltene Brückenkopf






Bild 4:

Zwischen den beiden o.g. Blockstellen war diese reizvolle Fußgängerbrücke errichtet worden.






Bild 5:

Blick auf die Fußgängerbrücke von Osten her.






Bild 6:

Nicht weit von der Blockstelle Rochusberg ein Blick Richtung Osten.



Hier fehlt schon der Schotter. Der Abschnitt Bk Sarmsheim - Bk Rochusberg wurde im Jahr 1951 demontiert, da er seit Januar 1945 nicht mehr genutzt wurde.



200 Meter westlich sah's schon so aus:







Bild 7:

Hier befinden wir uns auf dem Gelände der strikt gen Norden gerichteten Rampe zur Rheinüberquerung. Im Hintergrund ist schwach der nördliche Brückenkopf der Überquerung der B 9 in Bingen-Kempten auszumachen.
Die Trasse wird heute von dem Binger Autobahnzubringer genutzt, der gleichfalls eine Zufahrt zum rechts neu errichteten Industriegelände ermöglicht.






Bild 8:

Und wenn wir hier schon mal herumstrolchen, dann werfen wir doch auch einen Blick auf die Bahn von Bingen nach Bad Kreuznach bzw Alzey (über Büdesheim-Dromersheim).
Das Gegenlicht verstärkt den düsteren Eindruck auf diesem Streckenteil:
Mein Standort ist etwa an der Stelle, wo die Ockenheimer Zulaufstrecke das hier zu sehende Gleis unterquerte.
Direkt vor uns sieht man das Brückenbauwerk der Strecke Gau-Algesheim - Büdesheim-Dromersheim. Dahinter quert ein Wirtschaftsweg die Bahn.
Unverkennbar hier auch die zweigleisige Projektierung der Bahn von Bingen nach Büdesheim-Dromersheim. In der topografischen Karte von 1935, die ich gesondert eingestellt habe, ist diese Strecke schon als zweigleisig eingezeichnet.








Text und Fotos: Günter Tscharn

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