Die Glantalbahn 1977-90, Teil 1



Text und Fotos: Günter Tscharn

Mit diesem zweigeteilten Beitrag soll der Betrieb auf der Glantalbahn in den Jahren 1977 bis 1990 bildlich dargestellt werden; als Ergänzung zu den bestehenden HPs und der Fachliteratur.

Gleichwohl eingangs eine informationelle Grundversorgung (Einige genauere Daten dann zum Schluss des zweiten Teils):

Durchgehend zweigleisige (bis 1945) Hauptbahn zwischen Bad Münster am Stein und Homburg (Saar); Länge: 85,89 km.

Seit 1904 Hauptbestandteil der strategischen Bahnlinie von Rüdesheim am Rhein/Hindenburgbrücke ins lothringische Saargemünd.
Zudem war sie die kürzeste Verbindung zwischen dem östlichen Saarland und dem Rhein-Main-Gebiet, was auch ab Ende April 1945 die amerikanischen Truppen zu schätzen wussten; die Glantalbahn wies kaum Zerstörungen auf.

Dazu kommt die eingleisige Nebenbahn von Odernheim (Glan) nach Staudernheim; seit dem 10. 11.1961 die einzige Verbindung zur Nahebahn; Länge 3,57 km.

Heute noch in Betrieb ist der Abschnitt zwischen Altenglan und Glan-Münchweiler (seit 28.05.2000 Deutsche Regionalbahn GmbH) und zusätzlich der Bahnhof Lauterecken-Grumbach als Endpunkt der von Kaiserslautern heranführenden Nebenbahn.

Von touristischem Interesse ist auch der Draisinen-Betrieb zwischen Staudernheim und Altenglan.


Bild 1:

Als Überblick nun ein Ausschnitt aus der Kursbuchkarte 1960/61, der die Lage der hochinteressanten Bahnlinie verdeutlicht:




Wegen der Übersichtlichkeit und den technischen Rahmenbedingungen habe ich den Beitrag zweigeteilt:
Teil 1: Von Staudernheim bis Lauterecken-Grumbach
Teil 2: Von Lauterecken-Grumbach bis zum Saarland

Bild 2:
Der erste Teil ist auf dem folgenden Kartenausschnitt (RBD-Karte der BD Mainz vom 01.01.1940) dargestellt:







Bild 3:

In Staudernheim trauerte zu Beginn des 30. Mai 1986 auch der Himmel: An diesem Tag sollte der reguläre Reisezugverkehr nach Lauterecken-Grumbach enden.
815 603 sowie 515 535 in altroter Lackierung warten darauf, letztmalig die Leistung 8760 zu erbringen.






Bild 4:

Die Nordeinfahrt in Odernheim (Glan) zu besseren Zeiten (3. September 1981): 211 047 fährt mit dem Wendezug 8788 am Stellwerk 2 vorbei und will um 18.12 Uhr den Zielbahnhof Lauterecken-Grumbach erreichen.






Bild 5:

Am 30. August 1977 rollten hier noch keine Akkus, sondern Schienenbusse der Baureihe 798. Von dieser Garnitur, die als 8769 von Altenglan nach Sobernheim unterwegs war, ist heute nur noch der Schlusswagen 998 773 bekannt.






Bild 6:

Am 3. September 1981 war bereits die Ablösung durch die Akku-Triebwagen vollzogen. 815 655 und sein 515 fahren als 8786 von Sobernheim nach Lauterecken-Grumbach.






Bild 7:

Dieses Bild vom 30. Mai 1986 vermag anschaulich vermitteln, in welcher idyllischen Landschaft die Glantalbahn verkehrte. Südlich Rehborn passieren 815 603 sowie 515 535 mit ihrem 8784 einen Bahnübergang samt den dazu gehörigen Gebäuden.






Bild 8:

Wenige Minuten vor 8 Uhr des 30. Mai 1986 in Meisenheim: Die planmäßige Kreuzung des 4415 nach Staudernheim (815 612 + 515) mit dem 8757 nach Lauterecken-Grumbach (815 603 + 515 535).






Bild 9:

Hier nun einen der bewegendsten Momente für mich auf der Glantalbahn: 515 552 und 815 768 verlassen mit dem 8786 am 30. Mai 1986 als letztem planmäßigen Reisezug den Bahnhof Meisenheim. Die Sonne riss kurzzeitig den Wolkenhimmel auf, als wolle sie das Geschehen nicht glauben.
Ein Bahnbediensteter hatte die Bundesfahne auf Halbmast gesetzt. Und nachdem eine Reihe von Anwohnern den Zug mit Handwinken verabschiedet hatten, sah ich in einigen Augen Tränen ....








Bild 10:

Nun wieder zu besseren Tagen:
Nördlich Odenbach streben am 30. Juli 1984 815 621 und 515 534 kurz nach 16 Uhr als 8784 gen Lauterecken-Grumbach. Rechts ist das Flüsschen Glan zu sehen, das diesem Tal den Namen gab. Was viele nicht wissen: Es handelt sich beim Glan um den seltenen Fall eines männlichen Gewässers!






Bild 11:

212 114 am 30. Mai 1986 mit einer Übergabe in Odenbach.






Bild 12:

Am 30. Juli 1984 im morgendlichen Odenbach - planmäßige Abfahrt 6.19 Uhr - eine dreiteilige Akku-Garnitur als 8753 nach Bad Kreuznach, bestehend aus 515 525, 515 554 und 815 611.






Bild 13:

815 861 und 515 536 am 30. Juli 1984 gegen 16.30 Uhr in Odenbach. Die Fuhre 8779 rollt nach Sobernheim.






Bild 14:

Eisiges Winterwetter herrschte am 3. Januar 1985. Das hielt meinen Bruder Andreas und mich dennoch nicht ab, unsere Glantalbahn-Sammlung mit Schnee-Fotos zu ergänzen.
Zur Mittagszeit sieht man hier in Medard 515 554 sowie 815 654 mit ihrem 8769 nach Sobernheim ausfahren.






Bild 15:

Weiter südlich wird das erste größere Etappenziel Lauterecken-Grumbach erreicht. 515 555 hat am 30. Juli 1984 als 8760 soeben das Einfahrtssignal des Zielbahnhofs passiert.






Bild 16:

Die gleiche Leistung hatten am 30. Mai 1986 815 603 sowie 515 535 erbracht und warten im nördlichen Gleisfeld des Bahnhofs Lauterecken-Grumbach auf die nächste Tour.
Rechts ist wieder der im Jahre 1989 abgerissene Wasserturm zu sehen.






Bild 17:

Diesiges Winterwetter am 29. Dezember 1983 in Lauterecken-Grumbach. 212 168 wird den Park später nach Kaiserslautern bringen.






Bild 18:

Am gleichen Tage eine Szene in Südrichtung fotografiert; mit Sonne wäre das in Lauterecken nicht möglich gewesen:
Gemeinsames Eintreffen von 515 556 sowie 815 696 als 4416 aus Kaiserslautern und 515 553 mit 815 608 als 8771 aus Landstuhl.






Bild 19:

212 168 am 14. September 1990 am Stellwerk gegenüber des Bahnhofsgebäudes in Lauterecken-Grumbach mit dem 67141.






Wie es ab Lauterecken-Grumbach Richtung Homburg (Saar) aussah, könnt ihr im zweiten Teil erfahren.




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