Die Glantalbahn in den 1980er Jahren, Teil 1



Text und Fotos: Dr. Frank Halter


Ein Blick auf die Karte verdeutlicht die Streckenverhältnisse im Nordpfälzer Bergland.



Die Glantalbahn zwischen Homburg und Staudernheim (Nahe) wurde 1897 fertiggestellt, 1904 erfolgte die direkte Anbindung nach Bad Münster über die rechts der Nahe verlaufende strategische Bahn (in der Karte gelb markiert). Diese wurde 1961 wieder stillgelegt und abgebaut, ich möchte hier auf den hervorragenden Beitrag von Günter T verweisen. Ausführliche Informationen bietet natürlich auch das Werk von Becker + Emich über die Eisenbahnen an Glan und Lauter, nicht nur für den regional interessierten Eisenbahnfreund (Werbung aus Überzeugung, ohne Eigennutz ! )

Die Glantalbahn war bis Mitte der sechziger Jahre zweigleisig und hatte vor dem Krieg sogar Schnellzugverkehr vorzuweisen, bald schon aber wurde der Verkehr den tatsächlichen Notwendigkeiten angepasst. Zwischen Altenglan und Lauterecken – Grumbach endete der Personenverkehr zum Sommerfahrplan 1985, ein Jahr später folgte der Abschnitt Lauterecken - Grumbach – Staudernheim. Bis Mitte der neunziger Jahre hielt sich noch ein bescheidener Güterverkehr bis Meisenheim, dann kehrte völlige Ruhe auf den Gleisen dieser beschaulichen Bahn ein. Dem außerordentlichen landschaftlichen Reiz war es wohl zu verdanken, dass der Abbauzug diesmal kein Betätigungsfeld fand, sondern als touristischer Höhepunkt ein attraktiver Draisinenverkehr eingerichtet wurde, der eine solche Akzeptanz fand, dass auch heute noch lange vorgebucht werden muss, möchte man das Glantal wieder einmal aus der Schienenperspektive erleben.

Bis Ende Mai 1986 ging das noch im Akkutriebwagen 515, der letzte rote 515.5 des Bw Worms zweigt am 28.5.86 mit seinem Beiwagen von der Nahebahn in Staudernheim ab.



Nach wenigen Metern erreicht die Garnitur die Brücke über die Nahe.



Am 12.5.86 schaffte ich es endlich einmal, eine komplett rote Einheit beim Passieren der Brücke abzulichten, das „Buschtelefon“ hatte wieder einmal funktioniert ! N 8779 ist auf dem Weg nach Sobernheim.



Dem „Buschfunk“ war es auch zu verdanken, dass im Februar 1986 515 535 mit 815 603 nicht unbeobachtet blieben, auch hier verlassen sie am Morgen des 24.2.86 die Nahebrücke in Staudernheim.



Die schon erwähnte landschaftliche Schönheit der Strecke lies mich versuchen, auch etwas weiträumigere Aufnahmen anzufertigen, wo der Zug nicht zwingend ins Auge springt. So kann man hier 515 535 und 815 620 am 12.5.86 auf dem Weg nach Odernheim sehen. Oberhalb des rechten Wagens steht noch die Brücke der „Strategischen Bahn“ von Bad Münster am Stein.



Am letzten Betriebstag des Personenverkehrs überqueren 515 535 + 815 603 gerade den Glan an der Bahnhofseinfahrt von Odernheim (N 8784)



Die gleiche Brücke mit 212 327 am 24.2.86, der Winter war in diesem Jahr so kalt, dass sogar der Fluss zugefroren war. Die Rückfahrt der bedarfsweise verkehrenden Üg erfolgte als Lz, ein Zeichen für das außerordentlich schwache Güterverkehrsaufkommen auf dem Abschnitt nördlich Meisenheim.



Am Morgen des 25.10.85 verlassen 815 515 und 515 555 als N 8760 Odernheim.



Nach passieren des im Hintergrund zu sehenden ehemaligen Lokschuppens (damals schon von einem Getränkehändler genutzt) wird am 11.9.85 die zweite Glanbrücke befahren (815 735 + 515 536, N 8776)



Wieder von oben betrachtet zeigt sich das Panorama dergestalt, der schon vorher gezeigte N 8786 hat am 12.5.86 nach Halt in Odernheim Kurs Richtung Rehborn genommen.



Ein Bild mit der Signaltechnik darf auch nicht fehlen, 515 535 und 815 603 erhalten am 24.2.86 Hp2 für die Einfahrt nach Odernheim.



Kennzeichnend für die Glantalbahn waren die vielen besetzten Schrankenposten im „freier Wildbahn“, ich glaube, eine Woche Dienst in diesem Umfeld sind besser als drei Wochen Sanatorium. Am 30.5.86 hatten die Schrankenbäume nicht mehr viel Bewegung vor sich, die heimischen Hasen konnten ab dem darauf folgenden Tag die Gleise gefahrlos überhoppeln (ob die Gefährdung durch die Fahrraddraisinen heute höher einzustufen ist als durch 515, entzieht sich meiner Kenntnis).



Im zweiten Teil setzen wir die Reise in Rehborn fort, ich hoffe, zunächst Euer Interesse gefunden zu haben.





zurück