| Text und Fotos: Günter Tscharn heute kann ich den vierten Teil meiner "vergleichenden Retroperspektive" zu Bingerbrück präsentieren; genauer gesagt: Teil 2 zum Bahnbetriebswerk. "Einst und Jetzt"-Projekte sind höchst reizvoll, aber - wie die Meisten von Euch wissen - nur noch schwerlich exakt "1 zu 1" auszuführen, weil entweder das Sichtfeld oder aber der Fotostandort enorme Veränderungen erfahren haben. Daher lasse ich heute mal die historischen Aufnahmen überwiegen, weil es bei neuen Vergleichsbildern nicht darauf ankommt, ob heute dort eine Käse-Theke oder gar ein Müllcontainer anzufinden ist. Bild 1: Ziemlich heile Bahn-Welt am 6. September 1969 östlich der Drehscheibe: 051 239, 051 587 sowie 023 008 blinzeln in die herbstliche Nachmittagssonne. Bild 2: Am zweiten Weihnachtsfeiertag des gleichen Jahres hätte sich der Fotograf gerne im Führerhaus der 050 680 oder der 051 875 aufgewärmt .... Bild 3: Sehr trübe und nasskalt war's am Tag vor Heiligabend im Jahre 1971. Ich war nicht allein wegen der Dampfer, sondern hauptsächlich wegen Weihnachtseinkäufen in Bingen, als ich 051 346 auf der Bingerbrücker Drehscheibe antraf. Im Hintergrund wartet 220 028 im noch intakten Schuppen auf eine bevorstehende hochwertige Leistung nach Saarbrücken. Bild 4: Eine sehr selten umgesetzte Perspektive in Bingerbrück: Weil die abgestellten Dampfloks fast ausnahmslos mit der Rauchkammertür zur Drehscheibe standen, hat nahezu jeder Fotograf die Drehscheibe - wenn überhaupt - im Vordergrund des Bildes gehabt. Am 28. März 1974 stand jedoch die 050 989 verkehrtherum; die Gelegenheit, auch mal den Lokschuppen und das Sozialgebäude mit ins Bild zu nehmen. Bild 5: Bei Dieselloks war das naturgemäß nicht ungewöhnlich: 212 114 am 13. Februar 1988. Bild 6: Die 361 043 am gleichen Tage auf dem Freigleis vor den Resten der Seitenwand des alten Lokschuppens. Bild 7: Leider gehöre ich auch zu Denjenigen, die der Infrastruktur in Bingerbrück zu wenig Beachtung geschenkt haben. So sind Bilder der Bekohlungsanlage bei mir Mangelware. Zu diesem Bild vom 1. April 1971 hatte ich daher auch bezeichnenderweise notiert: Bye 667 mit der Nummer 28-11 452 ..... Bild 8: Heute (9. April 2007) ist der erhöhte Blick auf jene Stelle durch Bewuchs fast vollständig versperrt. Etwas links von meiner alten Fotostelle bot sich nur diese jämmerliche Lücke an. Bild 9: Also versuchen wir es am Gleisrand: Am 26. Mai 1988 ruhen sich 815 616 sowie 515 551 - die als 3280 nach Bingerbrück gekommen waren - im Bereich der ehemaligen Bekohlungsanlage aus. Bild 10: Auch dieser Blick von Südwesten am 1. Mai 1989 auf das Sozialgebäude und den Drehscheibenbereich ist historisch, weil ... Bild 11: .... heute dort das zentrale Stellwerk Bf dominiert. Der Drehscheiben-Bereich ist, wie bereits in meinem vorigen Bericht ausgeführt, Standort des Handelsgewerbes. Bild 12: Zum Schluss schweifen wir noch einmal etwas ab, und zwar in den Bahnhof: Auf diesem Bild vom 8. März 1970, als 001 128 mit historischen Rheingold-Wagen des FEK hier pausierte, rollt der Ehranger Dampfer unter der alten Fußgängerbrücke im Südteil des Bahnhofs Richtung Bw-Anlagen. Erkennt sich Einer der Eisenbahnfreunde wieder? Bild 13: An dem nebeligen Abend des 3. Februar 1989 ist dieses Dienstgebäude noch weihnachtlich geschmückt. Gut ist auch das noch in Betrieb befindliche Stellwerk Bsm zu sehen. Davor liegt das heute noch rege genutzte Verbindungsgleis vom Südteil des Bahnhofs zur Nahebrücke (Richtung Bingen). Bild 14: Der Star war an jenem Abend aber das voller Leben steckende Stellwerk Bot. Ein Bediensteter betrachtete Andreas und mich mit Interesse bei den Langzeitbelichtungen. Bild 15: Durch den Abriss des Rangierbahnhofs hat die Betriebsstelle Bingerbrück ihren wesentlichen Charakter verloren. Relativ unverändert geblieben ist eigentlich nur noch der Südteil des Bahnhofs Mit diesem wenig schönen Zustand möchte ich meine Betrachtungen zu Bingerbrück abschließen. |
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